Frühburgunder

Der Blaue Frühburgunder – Ein Mitglied der Burgunderfamilie, aus der Erfinderwerkstatt der Natur.

Der Frühburgunder ist eine eigenständige Rebsorte und gehört zur Familie der Burgunder. Er entstand durch eine Laune der Natur, durch Mutation des Blauen Spätburgunders. Seine Weine bestechen durch ihre intensive rubinrote Farbe und ihren fruchtigen Charakter. Im Gegensatz zum großen Bruder, Blauen Spätburgunder, trägt der „Frühe“ kleinere Früchte mit einer dickeren Schale. Entsprechend gering fallen die Erträge aus.

Markant ist seine frühe Reife, der er seinen Namen verdankt. Bereits im August färben die Trauben ein. Daher stammen wohl auch die Synonyme Augusttraube und Augustklevner. An der Ahr gehörte der Blaue Frühburgunder noch Anfang des 20sten Jahrhunderts zu den hauptsächlich angebauten Traubensorten.

Bis er – vor allem in den 1960er Jahren – zum Sorgenkind verkümmerte. Die Anfälligkeit der alten Klone gegenüber Krankheiten und die ohnehin geringen Erträge, ließen den Frühburgunder beinahe aussterben. Doch die Winzer, vor allem im Bad Neuenahrer Ortsteil Bachem, blieben ihm treu und bewahrten ihn davor, in Vergessenheit zu geraten.

Nicht nur die Winzer an der Ahr, auch die Tatsache, dass der Blaue Frühburgunder 1971 in Deutschland als Qualitätssorte zugelassen wurde, trug gewiss zu seiner Rettung bei.

Experten der Forschungsanstalt Geisenheim begannen Mitte der 1970er Jahre mit dem systematischen Neuaufbau der Klone. Auch Slow Food, ein internationaler Non-Profit-Verein, der als Antwort auf den sich rasant ausbreitenden Fast-Food-Trend und den damit einhergehenden Verlust der Esskultur und der Geschmacksvielfalt gegründet wurde, unterstützt die Erhaltung des Sonderlings.

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